Schweine und Hitzestress – hohe Temperaturen müssen nicht schrecklich sein

Wie ertragen Schweine Hitze?

Landwirtschaftliche Nutztiere unterscheiden sich nicht nur in ihrer Art, sondern auch in Bezug auf die Toleranz gegenüber hohen Umgebungstemperaturen. Hitzewellen mit Temperaturen über 30 °C häufen sich in den letzten Jahren und auch diesen Sommer bleiben weder Mensch noch Tier davon verschont.

Hitzestress tritt auf, wenn das Tier längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Der Körper beginnt darauf zu reagieren, was sich anhand von mehreren Symptomen äußert. Dies ist nicht zu unterschätzen, da die Auswirkungen von Hitzestress die Gesundheit des Schweins schädigen, die Produktionsergebnisse verringern und sogar zu Todesfällen führen können.

Schweine sind besonders anfällig für das Auftreten von Hitzestress. Länger anhaltende hohe Außentemperaturen führen zu Beeinträchtigungen in der Thermoregulation. Dies liegt daran, dass der Körper des Tieres sich an die neuen Umgebungsbedingungen anpassen möchte, die von der thermoneutralen Temperatur abweichen. Das thermische Optimum für ausgewachsene Schweine liegt zwischen 18 ° C und 25 ° C. Vor allem im Frühjahr und Herbst bei hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, die auch in einem zwangsbelüfteten Stall ausgeprägt sind, leistet der Körper des Schweins viel, um sich an die schnell ändernden Temperaturen anzupassen. Vor allem aber im Sommer, wenn lange Zeit Temperaturen über dem „Wohlfühlbereich“ auf den Organismus einwirken, leiden Schweine unter Hitzestress.

Was passiert bei Hitzestress?

Indem der Blutfluss durch die Haut erhöht wird, versucht der Körper Wärme über Verdunstung abzugeben. Schweine haben wenig Schweißdrüsen und viel Körperfett, was es schwierig macht, die Körpertemperatur bei erhöhten Umgebungstemperaturen über die Haut zu regulieren. Deswegen nutzen Schweine Möglichkeiten zur Suhle, d.h. sie suchen einen kühlen Untergrund und legen sich darauf, um die Wärmeabgabe an die Umwelt zu verbessern. Daher sind kühlere Untergründe wie Gussroste und Beton eine bessere Lösung als eine Einstreu. Steigen die Temperaturen noch weiter, sind außerdem viele Tiere rund um die Tränken oder im Kotbereich liegend zu finden.

Unter thermischer Belastung werden Stoffwechselreaktionen gestört. Die Futteraufnahme sinkt, weil der Körper durch Verdauung noch mehr Wärme produziert, und die Atemfrequenz steigt, da die Wärmeübertragung teilweise über die Atemwege erfolgt. Es wird auch ein häufigeres Wasserlassen beobachtet, das mit dem Verlust von Elektrolyten aus dem Körper und mit einer erhöhten Produktion von Gülle verbunden ist.

Die Auswirkungen von Hitzestress auf Schweine

Schweine, die von Hitzestress betroffen sind, haben einen erhöhten Blutdruck, Hyperglykämie und Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes. Eine Verringerung der Futteraufnahme, die mit Hitzestress einhergeht, begrenzt die täglichen Zuwächse und das Allgemeinbefinden der Tiere, d.h. verschlechtert die Effizienz der Produktion. Außerdem steigt die Gefahr für Krankheiten, da das Immunsystem geschwächt ist.

Man kann auch gehäuft unerwünschtes Verhalten beobachten. Die Schweine sind aggressiver, was in Zusammenhang mit dem Elektrolytungleichgewicht zu Kannibalismus führen kann.
Die Ferkelproduktion ist vom sogenannten „Sommerloch“ betroffen: die Reproduktionsleistung von Sauen und Ebern ist eingeschränkt, was sich durch verzögerten Rauschebeginn, Stillbrunst oder das Absterben von Embryonen bei Sauen sowie verschlechterter Spermienqualität und verminderter Sprunglust bei Ebern zeigt.

So schützen Sie Schweine vor Überhitzung

Es gibt mittlerweile vielfältige technische Einrichtungen, die es ermöglichen zumindest extreme Temperatureinflüsse abzumildern. Bei ausreichend hoher Luftrate haben sich vor allem indirekte Lösungen wie z.B. Zuluftkühlungen mit Wasserverneblung durchgesetzt. Auch die direkte Befeuchtung der Tiere kann zumindest die gefühlte Temperatur verringern. Wichtig dabei ist, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ansteigt, da sich der positive Effekt umkehrt und eher eine zusätzliche Belastung für den Kreislauf darstellt.

Eine Verringerung der Besatzdichte ist ein zusätzliches Mittel, Hitzestress abzumildern.

Ernährung angesichts von Hitzestress bei Schweinen

Neben der Gewährleistung optimaler Bedingungen in Bezug auf das Stallklima, spielen die Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Ernährung sowie der ständige uneingeschränkte Zugang zu frischem Wasser eine entscheidende Rolle, um Schweinen die Hitze erträglich zu machen.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen angesichts des thermischen Stressrisikos:

  • Reduzieren Sie soweit möglich an heißen Tagen die Menge an Ballaststoffen in der Ration, da die Verstoffwechselung von Rohfaser die Wärmeabgabe des Körpers erhöht.
  • Begrenzung von unverdaulichem Protein bei gleichzeitiger Erhöhung der synthetischen Aminosäuren für eine Ration mit optimalem Aminosäuremuster reduziert die Fermentation von Aminosäuren im Dickdarm, was die Wärmeproduktion über Verdauung zusätzlich verringert.
  • Die Energiekonzentration sollte aufgrund der geringeren Futteraufnahme erhöht werden.
  • Da Futter bei höheren Temperaturen schneller verdirbt, empfiehlt es sich die Tagesration auf mehrere kleine Einzelportionen
  • Es wird empfohlen, die Fütterungszeit auf Stunden zu verschieben, wenn die Umgebungstemperatur niedriger ist. Futter kann mit Wasser angefeuchtet werden.
  • Senken Sie die Wassertemperatur in der Wasserschale um mindestens einige Grad unter die Umgebungstemperatur.

ActivePro Fütterempfehlungen

  • VitaPilot mit dem Wirkstoffpaket FlavoVital® verringert gezielt den Hitzestress über die Entlastung des Stoffwechsels und Unterstützung der Abwehrkräfte.
  • Sie sollten auch an Futtermittel denken, die die Futter-, Nährstoff- und Energieaufnahme unterstützen können: Megajoule erhöht die Energiedichte im Futter, sodass auch bei verringerter Futteraufnahme die Energiezufuhr ausreichend ist.
  • Hitzestress kann sich auch auf die Darmbarriere auswirken und diese durchlässiger für schädliche Stoffe wie z.B. Myko- und Endotoxine machen: MycoBond kann diese Toxine binden und zersetzen, damit sie im Tier keinen Schaden anrichten können.
  • Abhilfe bei Stoffwechsel- und Kreislaufbelastungen bietet der Protectin®-Schutzkomplex. Protectin® unterstützt das Kreislaufsystem und die Funktion von Blutgefäßen, verbessert den Sauerstofftransport zum Gewebe und stimuliert auf natürliche Weise das Immunsystem.
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